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Scheidung in Hanau

Eine Trennung ist nie leicht. Doch wer sie rechtlich sauber und umsichtig angeht, erspart sich viel Stress, Zeit und Kosten. Das Familienrecht regelt den Ablauf einer Scheidung, die finanziellen Folgen und die Rechte der Beteiligten – insbesondere, wenn Kinder betroffen sind. Wer in Hanau vor einer Trennung steht oder über eine Scheidung nachdenkt, sollte die wichtigsten Grundlagen kennen, bevor Entscheidungen getroffen werden.

1. Wann ist eine Scheidung möglich?

Nach § 1565 BGB kann eine Ehe geschieden werden, wenn sie gescheitert ist. Das bedeutet: Die eheliche Lebensgemeinschaft besteht nicht mehr und es ist nicht zu erwarten, dass sie wiederhergestellt wird. In der Praxis setzt das in der Regel ein Trennungsjahr voraus (§ 1566 Abs. 1 BGB).

Dieses Trennungsjahr dient dazu, eine endgültige Entscheidung mit Abstand treffen zu können. Erst wenn die Eheleute mindestens zwölf Monate getrennt leben und beide die Scheidung wollen, kann die Scheidung ausgesprochen werden. Der Antrag kann bereits ein bis zwei Monate vor Ablauf des Trennungsjahres eingereicht werden.

Es gibt allerdings Ausnahmen: Liegt eine unzumutbare Härte vor – etwa bei Gewalt oder schwerwiegenden Pflichtverletzungen – kann die Ehe auch vor Ablauf des Trennungsjahres geschieden werden (§ 1565 Abs. 2 BGB).

2. Das Scheidungsverfahren Schritt für Schritt

Die Zuständigkeit des Familiengerichts ergibt sich aus § 122 FamFG. Danach kann das Familiengericht in Hanau zuständig sein, wenn beispielsweise einer der Ehegatten mit den gemeinsamen minderjährigen Kindern in Hanau lebt.

Der Ablauf:

  • Scheidungsantrag: Einreichung durch einen Rechtsanwalt beim zuständigen Familiengericht.
  • Fragebogen zum Versorgungsausgleich: Beide Ehepartner müssen Angaben zu ihren Rentenversicherungen machen.
  • Prüfung durch das Gericht: Das Gericht prüft die Voraussetzungen der Scheidung und holt Informationen von Rententrägern ein.
  • Scheidungstermin: Beide Eheleute werden geladen, das Gericht stellt Fragen zum Trennungsjahr und erklärt anschließend die Scheidung.

Nach der Rechtskraft der Entscheidung – in der Regel nach einem Monat – ist die Ehe endgültig aufgelöst.

3. Zugewinnausgleich – was passiert mit dem Vermögen?

Viele Konflikte entstehen, wenn es um Geld und Eigentum geht. Im gesetzlichen Güterstand der Zugewinngemeinschaft (§ 1363 BGB) gilt: Jeder Ehegatte behält sein eigenes Vermögen. Doch der während der Ehe erzielte Zugewinn wird bei Scheidung ausgeglichen (§ 1378 BGB).

Beispiel: Ein Ehepartner hatte zu Beginn der Ehe 10.000 Euro und am Ende 110.000 Euro. Der andere begann mit 5.000 Euro und besitzt am Ende 25.000 Euro. Der Zugewinn beträgt also 100.000 Euro zu 20.000 Euro. Die Differenz liegt bei 80.000 Euro, die Hälfte davon – 40.000 Euro – steht dem Ehepartner mit dem geringeren Zugewinn zu.

Ohne fachliche Unterstützung wird dieser Ausgleich schnell zur Streitfrage. Wertsteigerungen von Immobilien, Unternehmensbeteiligungen oder Erbschaften müssen korrekt bewertet werden. Ein erfahrener Anwalt sorgt hier für Transparenz und die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben.

4. Unterhalt – wer muss zahlen und wie viel?

Unterhalt ist einer der häufigsten Streitpunkte. Das Gesetz unterscheidet:

  • Trennungsunterhalt (§ 1361 BGB): Gilt ab dem Zeitpunkt der Trennung bis zur rechtskräftigen Scheidung.
  • Nachehelicher Unterhalt (§ 1570 ff. BGB): Greift nach der Scheidung, wenn ein Ehegatte nicht selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen kann.

Die Höhe richtet sich nach dem bereinigten Nettoeinkommen. Auch Kindesunterhalt fällt unter diese Regelung (§ 1601 BGB) und wird in der Regel anhand der Düsseldorfer Tabelle berechnet.

Gerade bei Selbstständigen, Unternehmern oder unregelmäßigen Einkünften kann die Berechnung komplex werden. Eine anwaltliche Beratung ist hier unverzichtbar, um Über- oder Unterzahlungen zu vermeiden.

5. Kinder, Sorgerecht und Umgang

Trennung bedeutet nicht, dass ein Elternteil seine Rechte oder Pflichten verliert. Das gemeinsame Sorgerecht (§ 1626 BGB) bleibt bestehen, solange kein Gericht anders entscheidet. Der Lebensmittelpunkt des Kindes und der Umgang mit dem anderen Elternteil werden individuell festgelegt – entweder einvernehmlich oder durch gerichtliche Entscheidung (§ 1671 BGB).

Im Mittelpunkt steht stets das Kindeswohl. Es geht nicht darum, wer „mehr Recht“ hat, sondern darum, welche Regelung dem Kind Stabilität und Nähe zu beiden Eltern bietet. In vielen Fällen helfen Mediationen oder Beratungsgespräche, bevor es zu gerichtlichen Auseinandersetzungen kommt.

6. Mediation: Streit beenden, bevor er eskaliert

Eine gerichtliche Scheidung ist oft unvermeidbar – ein offener Streit hingegen schon. Mediation bietet die Möglichkeit, Konflikte einvernehmlich zu lösen.

Dabei unterstützt ein neutraler Dritter beide Seiten, tragfähige Lösungen zu finden – etwa zu Unterhalt, Umgang oder Vermögensfragen.

In Hanau arbeiten Familiengerichte eng mit Mediatorinnen und Mediatoren zusammen, um Verfahren zu verkürzen und Eskalationen zu vermeiden. Besonders bei gemeinsamen Kindern ist dies häufig der Weg, der langfristig am meisten Stabilität schafft.

7. Scheidungskosten und Dauer

Die Kosten einer Scheidung hängen vom sogenannten Verfahrenswert ab. Dieser richtet sich nach dem Nettoeinkommen beider Ehepartner sowie nach dem Umfang der Folgesachen wie Unterhalt, Zugewinn oder Sorgerecht.

Einvernehmliche Verfahren dauern in Hanau meist zwischen vier und acht Monaten. Kommt es zu Streit über Folgesachen, kann sich das Verfahren deutlich verlängern.

8. Warum rechtliche Begleitung in Hanau so wichtig ist

Das Familienrecht ist eines der komplexesten Rechtsgebiete – emotional, finanziell und rechtlich zugleich. Wer ohne rechtliche Beratung handelt, riskiert Entscheidungen mit langfristigen Folgen.

Eine spezialisierte Kanzlei für Familienrecht in Hanau begleitet Sie durch alle Phasen: von der ersten Beratung über die Gestaltung von Vereinbarungen bis zur Vertretung vor Gericht. Ziel ist nicht, Konflikte zu verschärfen, sondern Lösungen zu schaffen, die dauerhaft Bestand haben.

Fazit

Eine Scheidung ist mehr als das Ende einer Ehe – sie ist eine rechtliche und persönliche Neuordnung. Wer frühzeitig informiert ist, kann Fehler vermeiden und die Weichen richtig stellen.

Ob Trennung, Unterhalt, Zugewinn oder Sorgefragen: In Hanau steht Ihnen unsere Kanzlei mit Erfahrung, Empathie und rechtlicher Klarheit zur Seite. So wird aus einer schwierigen Lebensphase ein geordneter Neuanfang – mit einem Ergebnis, das rechtlich trägt und menschlich fair bleibt.